Danksagung von Teona Beridze

Liebe DeutschlehrerInnen,

ich bin schon mehr als 20 Jahre als DaF-Lehrerin tätig und diesen Sommer habe ich zum ersten Mal an der IDT teilgenommen. Gerne berichte ich Ihnen über meine Eindrücke, Emotionen und Erfahrungen, solange diese noch frisch und farbig sind. Vor allem muss ich gestehen, dass ich nun genauer verstanden habe, was der Spruch ,,Wahl zur Qual” oder „Qual der Wahl“ bedeutet, als ich das Programm angeschaut  und mich für bestimmte Veranstaltungen anmelden sollte; es gab  sooo..viel Interessantes, Spannendes, Motivierendes etc.
Um ein bisschen von allem zu bekommen, versuchte ich mindestens eine Veranstaltung von allen ,,Typen” auszusuchen – Plenarvortrag, Sektionsarbeit, ,World cafe’, DACH-Fenster mit DL-Verbänden aus aller Welt, Verlagsinfostände und so weiter.

IDT Wien 2022 hat mich vielfältig beeindruckt und beeinflusst, und zwar mich als Person, als Deutschsprechende, als Deutschlehrerin und als Mitglied des DVG- Vorstandes. Ich versuche möglichst kurz und bündig das für mich Neue und Herausragende darzustellen.

1. Die persönliche Entwicklung: bei der unmittelbaren Kommunikation mit fremden Menschen 

Man wird immer auch mit fremder Kultur, Weltanschauung konfrontiert und bekommt nicht nur Wissen, vermittelt sondern wird auch offener und toleranter. Die Bekanntschaft mit neuen Menschen heißt für mich noch mehr von der Welt zu erfahren, weltoffener zu werden und mich damit persönlich weiterzuentwickeln. 

2. Die fehlende dauerhafte Kommunikation mit Muttersprachlern

In Georgien habe ich kaum Möglichkeiten mit Muttersprachlern oder in einer authentischen deutschsprachigen Umgebung zu kommunizieren, so entstehen mit der Zeit Hemmungen.

Man  traut sich nicht mehr und denkt, die Fremdsprachenkenntnisse fangen an  zu rosten. Die sprachliche Umgebung, formelle, fachliche Diskussionen, Alltagsgespräche und privates Quatschen haben mir geholfen meine sprachlichen Fertigkeiten aufzufrischen, Selbstvertrauen wieder zu gewinnen und außerdem mich mit der österreichischen Alltagssprache vertraut zu machen. Diese unterscheidet sich oftmals vom Deutsch in Deutschland! 

3. Die Verständigung mit Verlagen

Für mich als Deutschlehrer war besonders wichtig die Kommunikation mit Verlagen. Ja, man kann Neuigkeiten online auch verfolgen, aber ich gehöre noch zur Generation, die gern etwas Gedrucktes in Papierform in der Hand hält. Ich hatte hier die Möglichkeit die druckfrischen Lernmaterialien kennenzulernen, miteinander zu vergleichen, etwas für meinen Unterricht auszusuchen und nicht zuletzt- mit reduziertem Preis und sogar kostenlos geliefert zu bekommen. Außerdem habe ich viele  neue Ideen und Impulse für den Unterricht bekommen. 
Was ich noch nach meiner Wiener Erfahrung unbedingt berücksichtigen werde, ist den Studenten mehr Zeit für die Präsentationen bzw. mündlichen Referate zu geben, damit der Vortragende ruhig sein Wort beenden kann und die Zuhörer auch in Ruhe reflektieren und diskutieren können. Es war wirklich schade bei der Sektionsarbeit, dass weder die Vortragenden noch die Zuhörer nicht genug Zeit hatten.

4. Am meisten gewinnbringend war IDT 2022 für mich, als DVG - Vertreter. 

Ich bin neu im Vorstand des Verbandes und erst seit Herbst 2021 bin ich dort verwurzelt. Der Erfahrungsaustausch mit meinen ausländischen KollegInnen ist sehr wichtig für mich. Wir, der DVG –Vorstand, suchen nach Wegen, unsere Arbeit offener und wirkungsvoller zu leisten, die Lehrkräfte in GE besser zu unterstützen und die Fremdsprachenpolitik in GE positiv zu beeinflussen. Um internationale Verbindungen zu knüpfen, die erfolgreichen Beispiele unserer KollegInnen kennenzulernen und die Möglichkeiten der künftigen Zusammenarbeit abzusprechen, ist es sehr wichtig für mich die persönliche Kommunikation mit den Vorsitzenden DL- Verbänden von Kroatien, Lettland und Tschechische Republik, mit den  Vertretern von Verbänden aus Polen, Österreich, Schweden, Finnland und Indien.

Zum Schluss muss ich unbedingt erwähnen, dass das Projekt ,,Wien ist mehr als Wien” eines der am besten organisierten - durchdachten, geplanten und durchgeführten Projekten ist, an dem ich teilgenommen habe.

Vielen Dank DAG für die Erfahrung, Emotionen und Eindrücke, die ich bekommen und erleben dürfte.

Teona Beridze

Staatliche Universität Batumi